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Jenseits des Greifbaren denkens – mit token

18/06/2019

Die operative Effizienz, die Tokenisierung mit sich bringt, hat für die Backoffice-Vereinfachung, für bessere Risikobewertung in Echtzeit und für Cybersicherheit Wunder bewirkt und sorgt für reibungslose Kundenerfahrungen.

Tokenisierung ist transformativ. Sie hat bei Finanzdienstleistungen bereits gezeigt, was in ihr steckt: von Zahlungsauthentifizierungstoken über Sicherheitstoken auf Mobilgeräten für eine unmittelbare Finanzdienstleistungserfahrung bis hin zur Förderung von direkten Bank-zu-Bank-Transaktionen. Sie hat sogar die Welt der Handelsfinanzierung transformiert und es uns so ermöglicht, Echtzeitinformationen zu Lieferkettenaktivitäten zu übertragen, sodass wir das Risiko auf jedem Schritt der Reise besser einpreisen können, während die Waren den Besitzer wechseln und sich um die Welt bewegen.

Diese operative Effizienz, die Tokenisierung mit sich bringt, hat für die Backoffice-Vereinfachung, für bessere Risikobewertung in Echtzeit und für Cybersicherheit Wunder bewirkt und sorgt für reibungslose Kundenerfahrungen. Noch gilt es, vollständig zu erkunden, wie sie die Geschäftsmodelle im Asset-Management grundlegend ändern kann. Dass sie sie ändern wird, steht jedoch außer Zweifel.

Darstellung des Greifbaren und des Nicht-greifbaren

Dank Token können wir ganz neu definieren, was verbrieft werden kann. Sie erlauben es uns, über den Handel mit Waren, den wahrgenommenen Wert von Unternehmen, Lösungen und deren Marktwert hinauszugehen. Token ermöglichen es, die Wertschöpfung in den Bereich der Esoterik zu verschieben, wo Ideen, Konzepte und Gedanken gehandelt werden können – und diese scheinbar existenziellen Dinge in echten monetären Wert übersetzt werden, ohne greifbar sein zu müssen. Der Wert von Vermögenswerten und daher Reichtum sind nicht mehr an physische Dinge geknüpft: Wir haben jetzt einen Token als Platzhalter, der das Zugreifen und Zischen von synaptischer Bewegung und geistiger Kraft darstellt.  Geistiges Eigentum kann jetzt gehandelt werden, bevor sein physischer Nachweis vorliegt oder sich in einer anerkannten physischen Form manifestiert.

Daten können mehr als nur Treibstoff für geschäftliche Entscheidungen oder Marktpositionierung sein – sie können ein eigenständiger Markt werden. Intelligenz, Erkenntnisse, Ideen – all diese Dinge in Tokenform lassen sich jetzt als Vermögenswert mit einem inhärenten, selbständigen Wert ansehen. Und genau wie jeder traditionelle Vermögenswert können auch diese Ideen verwaltet werden und ihren Markt erhalten.

Jenseits des identitätsmanagements

Nehmen wir die Identität und die Privatsphäre um die Identität einer natürlichen oder juristischen Person oder eines Vermögenswerts. Identität ist eine grundlegende Voraussetzung für die Teilnahme am Finanzsystem. Sie ist dynamisch und kontextabhängig und wird jetzt – nach der DSGVO – so sehr zu den kritischsten und wesentlichsten Daten gezählt, dass sie ihren eigenen rechtlichen Schutz genießt. Die unbefugte Offenlegung personenbezogener Daten kommt teuer zu stehen. Doch Identität ist nicht greifbar – sie ist ein Konzept, ein Prinzip, eine Idee. Die Privatsphäre, die die Identität umgibt, ist sogar noch wertvoller und dabei nicht minder esoterisch. Diese Konzepte haben Wert, zumal monetären Wert, und beide Konzepte gibt es bereits als Token.

Und es gibt Märkte, an denen diese Konzepte gehandelt werden: gegen Zugriff und Berechtigungen für andere Waren und Dienstleistungen. Aktuell verwalten wir diese Vermögenswerte nicht auf eine Weise, die ihren Marktwert widerspiegelt, doch wir könnten und sollten dies tun.

Videospiele mögen für das Asset-Management nicht relevant erscheinen – es sei denn, es handelt sich um die Börsennotierung eines Videospielunternehmens. Doch sie geben uns ein Modell, das als Vorlage für die Erstellung neuer Vermögenswerte dienen kann. Die Identität bei Videospielen hängt mit Fähigkeiten, zusätzlichen Waffen und Machtstrukturen innerhalb des Spiels zusammen. Bei diesen Spielen gibt es nicht lauter abgetrennte Einzelspieler, sondern sie sind expansive Netzwerke von Tausenden oder Millionen von Spielern, die weltweit miteinander verbunden sind. Identitäten und ihre Merkmale, die Wert haben, werden häufig über diese Netzwerke gegen andere Fähigkeiten, Tools, Berechtigungen und Teamzugriff gehandelt. Identität ist bei Spielen ein Markt für sich, ein konzeptueller und nicht physischer Markt. Und diese Identitätswerte werden genauso verwaltet, gehandelt und zur Spekulation benutzt wie jeder andere traditionelle finanzielle Vermögenswert auf dem Spielemarkt

 

Token geben daten und Konzepten wert

Dank Token können diese konzeptuellen Märkte in der weiteren Finanzwelt existieren. Sie ermöglichen es diesen Märkten, Wert zu generieren, zu handeln und zu nutzen. Token erlauben die Verbriefung einer Unzahl von datenzentrischen oder datenbasierten Konzepten. Token ermöglichen es uns, über einen dreidimensionalen greifbaren Marktplatz hinauszugehen, indem wir sie in ganz neuem Maßstab verpacken, bepreisen und tauschen.

Für das Asset-Management bedeutet das eine Gelegenheit, neue sekundäre Anlageklassen von Dingen aufzubauen, die wir uns nur vorstellen können (buchstäblich). Token erleichtern eine Hyperfragmentierung der Märkte, bei der sogar ein Markt mit zwei Akteuren eine Idee verbriefen und mit ihrem Wert handeln kann. Selbst die Verteilungsmuster dieser gehandelten tokenisierten Ideen haben Wert, und auch die Erkenntnisse dazu, wie – und auf welchen Märkten – ein Konzept ein Riesenerfolg wird, haben einen Wert, der sich verbriefen lässt. Wie Ideen reisen, wo sie sich verwurzeln, wer die Idee (buchstäblich) abkauft: alle diese Erkenntnisse können ebenfalls verbrieft werden. Erkenntnismärkte werden zu einer Anlageklasse werden. Dieses neue Geschäftsmodell lässt sich leicht kopieren und verlangt nach einer raschen Zunahme sekundärer Anlageklassen, um die Datennachfrage zu befriedigen. Daten sind ein Vermögenswert und Token ermöglichen es ihnen, sich auf den Märkten zu bewegen.

Die Vision der Zukunft des Asset-Managements wird genau das: aus Visionen, Träumen, Ideen und Gedanken bestehen.

Was denkbar ist, lässt sich tokenisieren, und was tokenisiert werden kann, kann verbrieft werden. Was verbrieft werden kann, kann gehandelt werden.“

Es hat alles einen Wert auf einem Markt und dieser Markt lässt sich verwalten. Die Zukunft des Asset-Managements ist der Stoff, aus dem die Träume sind. Buchstäblich.

GHELA BOSKOVICH

Gründerin / Head of Fintech & Regtech Partnerships FemTechGlobal / Rainmaking & Startupbootcamp.

 

 

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