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Pflichtlizenzierung Für Aif-Verwahrstellen In Den Niederlanden

27/04/2018

Im Rahmen Eines Eu-Weiten Fokus Auf Systemische Risiken Der Asset-Management-Branche?

Die Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds (AIFMD) verpflichtet Verwalter, für jeden (alternativen) Investmentfonds (AIF) gemäß der AIFMD eine Verwahrstelle zu bestellen.1 Kurz: Der Grundgedanke dieser Anforderung ist, dass diese Verwahrstellen die Anleger vor einem Verlust ihres Vermögens schützen. Zu diesem Zweck wurden mit der AIFMD Aufsichtsvorschriften und Regelungen über die Haftung der Verwahrstellen für das Abhandenkommen der in Verwahrung gegebenen (Finanz-)Instrumente eingeführt.2

Kurz vor Weihnachten 2017 kündigte die niederländische Finanzmarktaufsicht (AFM) in ihrem Newsletter3 mit Wirkung zum 18. März 2018 die Einführung einer Pflichtlizenzierung für AIF-Verwahrstellen4 an. Dies ist ein logischer nächster Schritt auf dem Weg zum Ziel der EU, die Interessen der Anleger (und ihr Vermögen) bestmöglich zu schützen. Die Maßnahme steht im Einklang mit einem EU-weiten Fokus auf die Risiken der Asset-Management-Branche und insbesondere der Verwahrstellen. So hat die britische Aufsichtsbehörde FCA im vergangenen Jahr eine Untersuchung der systemischen Risiken der Custody-Branche in die Wege geleitet, die derzeit noch läuft. Die FCA erklärte, dass unter anderem Verwahrstellen der Fondsbranche essenzielle Dienstleistungen anbieten, die Genauigkeit, Sicherheit und Stabilität erfordern, und argumentierte, dass eine zu geringe Anzahl an Anbietern, niedrige Gewinnmargen, die Bündelung von Bankdienstleistungen (wie Transferstelle und Fondsbuchhaltung) und Verwahrungsleistungen sowie fehlende Investitionen in moderne Technologien – hervorgerufen durch die niedrigen Gewinnmargen – Risiken für die Asset-Management-Branche darstellen und ein Grund dafür sind, dass Verwalter kaum kompatible Angebote erhalten. Im Rahmen der Einführung der Pflichtlizenzierung kann die AFM die Verwahrstellen kontrollieren und diese Risiken, aber auch Unternehmensführung und Kapitalisierung, überprüfen.

Ab März 2018 ist die Lizenzierung für alle AIF bis auf wenige Ausnahmen verpflichtend.5 Konkret sind Banken, die über eine Lizenz verfügen, um unter anderem Wertpapiere zu verwahren und zu verwalten, sowie Wertpapierfirmen mit einem vorgeschriebenen Mindesteigenkapital (gemäß CRD), die auch Verwahrungsleistungen erbringen, von der Pflichtlizenzierung ausgenommen.

Verwahrer von AIF, die in den ersten fünf Jahren nach Erwerb der Anteile keine Rückkauf- oder Rücknahmeoption anbieten und generell (i) nicht in Vermögenswerte investieren, die in Verwahrung gegeben werden können, oder (ii) in (nicht börsennotierte) Emittenten investieren, mit dem Ziel der Unternehmensführung und -kontrolle6, sind ebenfalls nicht zur Beantragung einer Lizenz verpflichtet.

Head of Fund Practice Simmons & Simmons in the Netherlands