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Initial Coin Offerings verstehen: Technologie, Vorteile, Risiken und Vorschriften

25/04/2018

3 700 682 293 $
von Initial Coin Offerings (2017)

Im Jahr 2017 haben Organisationen im Rahmen von Initial Coin Offerings (ICOs) 3.700.682.293 USD1 eingesammelt. Die Beliebtheit von ICOs ist im Jahr 2017 geradezu explodiert, und es wird viel darüber diskutiert, ob Anleger sich angesichts der damit verbundenen Risiken mit einer solchen Investition befassen sollten.

Überall auf der Welt prüfen Regulierungsbehörden derzeit Kryptowährungen und ICOs, um festzustellen, ob die aktuellen Vorschriften anwendbar sind oder Anpassungen notwendig sind.

 

 

In einem Whitepaper, das in Zusammenarbeit mit Stellar2 entstanden ist, erklären wir die Funktionsweise von ICOs, warum sie von neuen Unternehmen (insbesondere von solchen, die im Bereich der Blockchain-Technologie tätig sind) befürwortet werden, welche Vorteile und Risiken sie für Emittenten und Anleger bergen und welche aufsichtsrechtlichen Überlegungen angestellt werden, um Innovationen auch weiterhin zu fördern.

Bei einem Initial Coin Offering (ICO), auch bekannt als „Token Sale“, „Token Generating Event“ oder „Initial Token Offering“ verkauft eine Organisation digitale Tokens, um öffentliches Kapital zur Finanzierung von Softwareentwicklung, Geschäftsbetrieb, Geschäftsentwicklung, Community Management oder anderen Initiativen einzusammeln. Tokens können verschiedene Merkmale haben. Außerdem erhält man im Gegensatz zu einem Initial Public Offering (IPO) selten Eigentum an der Organisation.

Derzeit wird viel über die mit ICOs verbundenen Risiken berichtet, aber es wird kaum über die Vorteile für den Emittenten oder Anleger gesprochen. Warum gewinnen ICOs an Attraktivität? Warum werden sie bei innovativen Projekten zur Anlaufstelle schlechthin für die Beschaffung von Kapital? Die Vorteile für die Unternehmen bestehen unter anderem in den positiven Netzwerkeffekten, der integrierten Kundenbasis, der Vermarktungskraft solcher Projekte und der Reichweite der Anleger, die sich als global und nicht-diskriminatorisch einstufen lässt.

Wir haben es mit drei Risikokategorien zu tun. Zunächst einmal ist der Verbraucherschutz zu nennen, der an erster Stelle stehen sollte. In Anbetracht der Natur von ICOs und ihrer Reichweite könnten Anleger Opfer von Phishing-Betrug werden.

Außerdem könnte es Anlegern schwerfallen, die Rechtsordnung des ICO und die anzuwendenden Vorschriften zu ermitteln. In Bezug auf Marktrisiken sind Preisvolatilität, Marktmanipulation und Netzwerklatenz zurzeit die größten Herausforderungen an diesem Markt. Schließlich bedeutet der Einsatz der Blockchain nicht, dass bestehende Vorschriften nicht eingehalten werden müssen.

In Zukunft wird man zur Kapitalaufnahme immer häufiger auf ICOs zurückgreifen. Viele Länder greifen zu drastischen Maßnahmen gegen ICOs, zum Beispiel Verbote oder die Einstufung von Tokens als Wertpapiere, aber diese Maßnahmen sollten vorübergehend sein, um die Anleger zu schützen, während die Behörden an mehreren geeigneten Vorschriften arbeiten, die Innovation fördern. Ferner können bestehende Vorschriften in gewissem Maße auch auf ICOs anwendbar sein. Es ist also notwendig, eine gründliche Analyse und Beurteilung der vorhandenen Vorschriften vorzunehmen, um sie anzupassen und zu wissen, wie sie anzuwenden sind. ICOs und Kryptowährungen eröffnen auch Chancen für die Finanzindustrie und können beispielsweise Bestandteil der Diversifikationsstrategie einiger Investmentfonds sein. Wir sind lediglich Zeugen der Entstehung eines weiteren, dezentralen Kapitalmarkts. Er wird wachsen und aus seinen Fehlern lernen – ähnlich wie der Kapitalmarkt, den wir heute kennen.

Er wird wachsen und aus seinen Fehlern lernen

 (1) Quelle: www.coinschedule.com/stats.html, aufgerufen am 1. Februar 2018. (2) Zum Download verfügbar unter: bit.ly/2hQRpT7.

Head of Operations and Projects Luxembourg House of Financial Technology (LHoFT)
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