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SGSS studie zum globalen investment-management - Part 5

29/10/2018

Wenn man heute bespricht, welche Hauptantriebskräfte zum Wandel der Buy-Side-Branche beitragen, ist eine Diskussion über das Potenzial neuer Technologien unumgänglich.

Tatsächlich sind Robo-Advisors, Big Data, Blockchain/DLT, RPA, künstliche Intelligenz und ihre verschiedenen Anwendungen Bestandteil eines jeden Gesprächs. Angesichts der FundsDLT-Initiative in Luxemburg zur Optimierung des Fondszeichnungsprozesses wissen unsere Studienteilnehmer, wie DLT-Technologien eingesetzt werden. In Frankreich prüft der gesamte Markt derzeit auch ein Projekt zum Aufbau einer neuen Fondsregisterplattform mit Blockchain („Iznes“). Auch andere Initiativen werden genannt.

Für unsere Befragten stehen digitale und neue Technologien natürlich ganz oben auf der Liste, wobei 84% von ihnen diese Themen als Kernelemente für die Festlegung ihrer Entwicklungsstrategie erachten.

Wird bis 2020 5% des Vermögens am Markt von Robo-Advisors verwaltet, wie im Jahr 2015 prognostiziert?

Heißt das, dass sich die europäischen Asset Manager, Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaften oder Private-Equity-/Immobilien Manager aus unserer Befragungsgruppe aus dieser langen Liste an Möglichkeiten bereits ihre Prioritäten ausgewählt und potenzielle Partner identifiziert haben, die sie bei diesen abenteuerlichen Unterfangen unterstützen könnten?

Ist jedem bewusst, welcher Technologieeinsatz Priorität haben sollte und welcher ROI damit verbunden wäre?

Auf diese Fragen wird im Folgenden eingegangen.

Strategien

Digital sein oder nicht sein!

Machen Sie sich neue Technologien zunutze, aber achten Sie darauf, nicht die Büchse der Pandora zu öffnen. Neue Technologien gelten gemeinhin als „Business Enabler“ oder als nützlich für die Risikominimierung. Die Schwierigkeit besteht darin, die richtige digitale Strategie zu finden.

Für die gesamte Befragungsgruppe besteht kein Zweifel, dass neue Technologien einen disruptiven Einfluss auf ihr Geschäft haben werden. Zugleich stellen viele der Befragten noch immer ihre Rentabilität infrage; nur eine knappe Mehrheit der „Engagierten“ hat bereits mit der Ausarbeitung von Initiativen begonnen. Die „absolut Überzeugten“ testen bereits Robo-Advisors oder RPA-Initiativen. Die Industrialisierung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Bei Asset Managern ist das Engagement eine Frage der Größe. Die großen Akteure sind besonders aktiv. Zugleich begnügen sich 38% der Befragungsgruppe mit „Abwarten und Beobachten“.

Institutionelle Investoren konzentrieren sich auf die Erneuerung von IT-Systemen, um der Herausforderung der Digitalisierung zu begegnen. Die meisten ihrer digitalen Initiativen zielen auf die Verbesserung der Kommunikationskanäle mit ihren Kunden ab (Internet, mobile Kanäle). Größe ist bei dieser F&E-Herausforderung ebenfalls ein Kriterium: Mittelständische Unternehmen sind mit begrenzten Investitionskapazitäten konfrontiert. Dies hindert einige Institutionelle Investoren nicht daran, a ‘test and learn’ mode with numerous start-ups.

Alles in allem scheint das Engagement bei PE-/RE-Managern eher niedrig zu sein. Nur wenige erwarten gar keine wesentlichen kurzfristigen Auswirkungen auf ihre Tätigkeit. Mehr Befragte geben an, nicht über ausreichende Mittel zu verfügen, um echte Initiativen anzustoßen.

Welche Technologie?

Daten, Daten, Daten!

Die Herausforderung besteht darin, wie man alle vorhandenen Fonds- und Anlegerdaten zusammenfasst, um sie entsprechend den Kundenanforderungen und Regulierungsvorschriften zu nutzen.

Für 39% der Befragungsgruppe hat die Nutzung von Daten Priorität. Dem stimmen 45% der Asset Manager zu, insbesondere die kleinsten Akteure. Dies zeigt, dass sie den neuen Technologien oberste Priorität einräumen wollen, aber es wird auch deutlich, dass die Anwendungen noch unklar sind.

Einige der Befragten verstehen die „Macht der Daten“ auch als Bedrohung durch GAFA und einige Fintechs für vorhandene Institutionen. Im Gegensatz dazu sind viele der Ansicht, dass das Störpotenzial dieser neuen Marktteilnehmer für die kommenden Jahre überschätzt wird, da Anleger weiterhin verlangen werden, dass ihre Kapitalanlagen von Menschen überwacht werden. Ihre amerikanischen Kollegen sind da wahrscheinlich anderer Meinung ...

Robo-Advisors sind natürlich die am häufigsten angesprochene Technologie. 32% unserer globalen Befragungsgruppe beabsichtigen, diese Technologie einzusetzen.

Blockchain“ wurde vor allem als eine Art Modewort genannt, ohne dass der Großteil der Befragten bereits konkrete Modelle oder einschlägige Anwendungsfälle im Blick hatte. Allerdings testen einige der Befragten bereits das Konzept mit dem Ziel, es in größerem Umfang zu nutzen. Ihr potenzielles Interesse am Management von Registern, aber auch von KYC, Emissionen nicht börsennotierter Wertpapiere oder der Übertragung von Versicherungsverträgen und Immobilien durch Smart Contracts sind allgemein anerkannt, aber es fehlt ein klarer Business Case.

Partnerschaften

[Translate to Deutsch:] Work alone or with others?

Partnerschaften werden entscheidend sein – niemand kann das alleine bewältigen. Wir werden nicht die Spitzenreiter sein, wollen aber weiterhin, dass unsere Dienstleister uns über alle Entwicklungen informieren. Wir haben hohe Erwartungen an große Dienstleister, die uns die Richtung vorgeben und Innovationen bereitstellen sollen

Der Großteil der Befragungsteilnehmer ist der Meinung, dass es fast unmöglich ist, neue Technologien allein zu erschließen: Sie bauen auf einen engen Dialog mit Dienstleistern, Peers und Fintechs, um ihren Transformationsprozess voranzutreiben.

Zwei Drittel der kleineren Asset Manager rechnen damit, dass sie wegen ihrer begrenzten Investitionskapazitäten eine Partnerschaft mit ihren bestehenden Dienstleistern eingehen werden und zum Teil auch einen Chief Digital Officer ernennen werden. Größere Akteure sind eher bereit, Partnerschaften mit Fintechs einzugehen (29% der großen Asset Manager), sich an Inkubatoren zu beteiligen oder direkt in Lösungen zu investieren.

Beim Eingehen von Partnerschaften ist eines nicht zu vernachlässigen: das Problem des Datenschutzes, auf das viele großen Wert legen, insbesondere Institutionelle Investoren. Abgesehen von den Vorschriften (z. B. die DSGVO) haben Kundendaten für einige der Befragten strategische Relevanz. Aus diesem Grund würde eine Auslagerung für sie nicht infrage kommen. Gleichwohl ist ein erheblicher Teil unserer Befragten offen für den Austausch von Daten, weil sie sich davon eine Optimierung der Daten versprechen.

Einsatz neuer Technologien

Hohes Potenzial, aber wie hoch ist der ROI?

Jeder Geschäftsbereich prüft den Einsatz dieser neuen Technologien zur Steigerung der Effizienz und Effektivität. Die Blockchain eignet sich für Registrierungsprozesse, zur Kostensenkung und zur Vereinfachung des Fondshandels.

Operative Effizienz und Kosteneinsparungen sind selbstverständlich die wichtigsten Ziele, die die Befragten mit neuen Technologien verfolgen.(*) Konkret glauben 38% der Asset Manager an das Potenzial von Robotik in der Optimierung von Prozessen: So vertreten beispielsweise 15% der kleineren Asset Manager die Auffassung, dass neue Technologien bei der Asset-Allokation hilfreich sein können.

Sie rechnen auch mit einer effektiveren Kontrolle des operativen Risikos und der Schaffung einer robusteren Umgebung, in die sich neue Geschäfte besser eingliedern lassen und die einen besseren Gesamtüberblick über die Kundenbasis bietet, zum Beispiel für die Berichterstattung an die Aufsichtsbehörden.

Eine Verbesserung der Kundenkenntnis ist ebenfalls ein sehr konkretes Ziel zur Vertiefung der Kundenbeziehungen, aber auch zur Entwicklung innovativer Produkte auf der Grundlage von Prognosemodellen. In diesem Zusammenhang gelten Blockchain-Lösungen (DLT) bei 28% der größten Asset Manager als leistungsfähige Technologie für das Management von Registerprozessen (Vertriebsprovision, Kundenerfahrung usw.).

Nicht zuletzt haben PE-/RE-Manager erhebliches Interesse an der Erstellung von wertorientiertem Reporting für Aufsichtsbehörden sowie für Partner und Kunden

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