!css

SGSS studie zum globalen investment-management - Part 2

15/10/2018

Globales Umfeld

Zahlreiche Herausforderungen für Buy-Side-Institutionen

Das Umfeld der Buy-Side-Branche in Europa ist mit einschneidenden Veränderungen konfrontiert, die bestehende Geschäftsmodelle grundsätzlich infrage stellen und den Markt in den kommenden Jahren neu gestalten werden.

Die Befragten hoben drei strukturelle Elemente ihres globalen Umfelds hervor, die ihre Entwicklungsstrategie beeinflussen:

  • Die regulatorische Belastung gilt unter den Befragten als die größte Herausforderung.
  • Die niedrigen Zinsen erschweren ebenfalls die Situation.
  • Der Gebührendruck, insbesondere durch die aggressive Gebührenpolitik passiver Anlagen, wird zu einem hochsensiblen Thema im traditionellen Asset-Management.

Im Gegenzug ist es bemerkenswert, dass die Befragten - vor allem angesichts des Zeitpunkts der Befragungen, die Anfang 2018 abgeschlossen wurden - keine Besorgnis über den Brexit äußerten.

 

Marktbestimmende Faktoren aus Sicht der gesamten Befragungsgruppe

Regulatorische Belastung

Eine rigorose Prüfung für Geschäftsmodelle und Rentabilität

Regulierungsvorschriften sind wie die Erderwärmung. Asset Manager sind wie Eisbären, deren natürlicher Lebensraum immer stärker gefährdet ist.

[Translate to Deutsch:] Nearly all respondents mentioned regulations as a game changer, especially as they are driving sensitive cost increases for them, according to 62% of respondents.

Asset Managers are the most concerned by the costs of adapting to the rapidly-changing regulatory framework, particularly the smallest establishments. MiFID II is regarded as the most disruptive of them all by 63% of respondents, putting distribution model, pricing and cost structures at risk.

Asset Owners have furthermore noticed that domestic regulations also directly impact their investment strategies or can even severely call into question their very purpose. 41% of them highlighted this issue.

Furthermore, 50% of Swiss respondents evoked the double impact of the combination of European and local laws, which has consequences on level playing fields.

Niedrige Zinsen

Unklare Perspektiven

Die niedrigen Zinsen belasten die Anlageerträge und damit auch das Kostenmanagement.

Als wir Institutionelle Investoren, die sich innerhalb der Befragungsgruppe am stärksten besorgt über die niedrigen Zinsen äußerten, nach dem negativsten Faktor in ihrem Umfeld fragten, landete der Druck auf die Margen vor allem verursacht durch niedrige Zinsen, bei der Hälfte der Befragten auf Platz 1. 85% von ihnen schätzen dies als Entwicklungshindernis ein, weil es für unklare Perspektiven sorgt und die Erzielung von Erträgen erschwert.

30% der PE-/RE-Manager hoben den hohen Liquiditätsbestand als eine der Folgen niedriger Zinsen hervor – mit dem Risiko einer „Blasenbildung“. Es wird erwartet, dass dieser Markt in den nächsten fünf Jahren weiterwachsen wird. Allerdings konzentrieren sich einige Akteure auf Märkte, die möglicherweise unzureichend diversifiziert oder zu anfällig für die Auswirkungen der Finanzmärkte sind. So befürchten einige der Befragten eine Immobilienkrise.

Dies scheint bei Asset Managern, eine geringere Rolle zu spielen: 50% von ihnen sind neutral oder positiv gegenüber dem letztendlichen Einfluss niedriger Zinsen eingestellt, und einige betrachten sie als einen Impuls für die Suche nach stabileren Erträgen.

Überraschenderweise werden Geldmarktfonds von unseren Befragungsteilnehmern nicht erwähnt. Könnte das daran liegen, dass ihr Vermögen in den letzten zwei Jahren leicht gestiegen ist?

Gebührenwettbewerb

Werden sich passive Managementgebühren etablieren?

Passives Management setzt sich gegenüber aktivem Management durch.

Einerseits ist auffällig, dass Institutionelle Investoren und Private-Equity-/Immobilien-Manager Gebühren gar nicht erst erwähnen. Zwei Versicherungsgesellschaften gaben dagegen an, dass sie ihre eigene Asset-Management-Sparte gründen oder erweitern werden, um die Performance und Gebühren ihrer externen Asset Manager zu benchmarken.

Andererseits sprachen über die Hälfte der Asset Manager Gebührendruck an. Der Hauptgrund (46%) hierfür liegt im Vergleich mit den Gebühren des passiven Managements, bei dem die Gebühren üblicherweise deutlich niedriger sind als beim aktiven Management.

Um dem „Aktiv/Passiv-Gebührenproblem“ zu begegnen, haben Asset Manager unterschiedliche Strategien entwickelt: Einige große Asset Manager entwickeln sowohl eine aktive als auch eine passive Fondspalette, andere haben nur einen Multi-Boutique-Ansatz entwickelt. Kleine und mittlere Akteure versuchen, ihr aktives Management herauszustellen, indem sie sich noch stärker spezialisieren oder neue spezialisierte und franchisenahe Managementkonzepte entwickeln. Mittelgroße Akteure versuchen indes zu verdeutlichen, dass ein aktives Management mit Benchmarking nicht mit passivem Management verwechselt werden sollte.

Die „sonstigen“ Gründe für den Gebührendruck betreffen insbesondere:

  • Gebührennachlässe von großen Asset Managern zur Gewinnung von Marktanteilen, gegen die mittelgroße Unternehmen nur wenig tun können, außer die Hervorhebung ihrer Kompetenzen und ihrer Spezialisierung;
  • Den erheblichen Druck vonseiten institutioneller Investoren auf die Gebühren, den einige Asset Manager durch die Vergrößerung ihrer Privatanlegerbasis zu kompensieren versuchen.

Einige große Asset Manager wiederum gehen dieses Problem an, indem sie zu einer performanceabhängigen Gebührenstruktur wechseln (niedrige fixe Gebühren und leistungsbezogene Anreize).

Brexit

Doch kein Veränderungsfaktor!

Brexit: kein bedeutender Umbruch. Die Veränderungen wirken sich in fünf Jahren auf die Geschäftsmodelle aus

Um den BREXIT machen sich Asset Manager kurzfristig kaum Sorgen - er könnte den größten oder den in der Schweiz ansässigen Akteuren sogar Chancen bieten. Die betroffenen großen Marktteilnehmer haben mit der Einführung ihrer Anpassungspläne begonnen.

Er scheint keinerlei Einfluss auf Institutionelle Investoren zu haben. Alle Befragten gaben an, „keine Bedenken“ darüber zu haben.

Im Gegensatz dazu sprechen PE-/RE-Manager recht offen über den BREXIT. Ihres Erachtens wird London der wichtigste Finanzplatz bleiben, vor allem für Leveraged Buyouts (LBOs) und Large Caps. Allerdings gilt britisches Kapital als zu stark mit dem Finanzsektor verbunden. Durch den Brexit könnte mehr Kapital nach Europa fließen, insbesondere zugunsten von Small und Mid Caps. Der Nachteil wäre ein höherer Wettbewerb beim Pricing von Zielobjekten und Vermögenswerte am europäischen Markt.

Gefällt Ihnen der Artikel?
+1
0