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Globale Verwahrer Auswählen: Ein Paradigmenwechsel Im Vermögensschutz?

Es besteht kein Zweifel, dass die Welt der globalen Verwahrer von einer der bisher größten Regulierungswellen erfasst wurde, die nicht nur ihr Umfeld verändert hat, sondern auch die Art und Weise, wie ihre institutionellen Kunden ihre Verwahrungsdienstleister prüfen.

Vorschriften Und Marktimpulse

Vorschriften wie die Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds (AIFMD), die Richtlinie über Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren V (OGAW V) und die demnächst anzuwendende Richtlinie über Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung II (IORPII) haben eines gemeinsam: Sie sollen unter anderem den Anlegerschutz erhöhen.

Weitere den Global-Custody-Markt betreffende Impulse zur Erhöhung der Transparenz und des Schutzes sind:

  • die Erstellung von Abwicklungsplänen nach dem Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act,
  • der Abschluss der Reformen nach der Krise nach Basel III,
  • die vom Baseler Ausschuss vorgeschlagenen Änderungen bei der Bewertungsmethodik für global systemrelevante Banken,
  • und die Anstrengungen der Europäischen Kommission zur strukturellen Reformierung des Bankwesens in der EU, zum Beispiel durch die Eigenkapitalrichtlinie IV (CRDIV).

All diese Vorschriften und Marktimpulse wirken sich unterschiedlich stark darauf aus, wie institutionelle Anleger mit der Global-Custody-Branche interagieren.

 

Forschung

Die Société Générale Securities Services hat kürzlich eigene Untersuchungen zur historischen Entwicklung der Global-Custody-Branche abgeschlossen. Diese Untersuchungen haben ergeben, dass sich beim Kaufverhalten institutioneller Investoren in der Global-Custody-Branche der Preis als eines der wichtigsten Kaufkriterien herauskristallisiert hat und die globalen Verwahrer zugleich tendenziell versuchen, sich bei Ausschreibungen vor allem durch den Preis von Mitbewerbern abzuheben.

Aus Sicht der angewandten Mikroökonomie lässt sich schlussfolgern, dass der Markt in den letzten 25 Jahren kontinuierlich sein Gleichgewicht gefunden hat. Allerdings ist auch die Zahl der globalen Verwahrer, die Dienstleistungen für europäische institutionelle Anleger anbieten, in einigen Ländern aufgrund des Konsolidierungsdrucks, dem sich globale Verwahrer wegen des Preisdrucks gegenübersehen, massiv zurückgegangen.

Dem Business Plan der Financial Conduct Authority (FCA) für 2017/2018 zufolge unterstützen Depotbanken die Fondsindustrie mit zentralen Supportleistungen und Handelsaktivitäten, die Genauigkeit, Sicherheit und Stabilität erfordern. Aus diesem Grund hat die FCA für die nächsten zwei Jahre eine Überprüfung des Global-Custody-Sektors geplant.

Verbesserte Auswahlmethoden

institutionelle Anleger bei der Auswahl eines globalen Verwahrers hauptsächlich auf zwei wesentliche Schutzmechanismen in der Geschäftspraxis eines globalen Verwahrers konzentriert haben.

Historische Erfahrungen und Analysen zeigen, dass sich institutionelle Anleger bei der Auswahl eines globalen Verwahrers hauptsächlich auf zwei wesentliche Schutzmechanismen in der Geschäftspraxis eines globalen Verwahrers konzentriert haben. Der erste Schutzmechanismus ist die Trennung der Wertpapiere der Kunden von der Bilanz des Verwahrers und eine erstklassige Auswahl und Überwachung der Unterverwahrer.

Der zweite Schutzmechanismus ist das strategische, taktische und operative Risikosystem des globalen Verwahrers, einschließlich der Sicherheitsmaßnahmen gegen wesentliche Ereignisse. Beide Schutzmechanismen dienen der vorbeugenden Risikobegrenzung.

Gemäß den oben genannten Vorschriften, wie der AIFMD und OGAW V, und im unwahrscheinlichen Fall eines Vermögensverlustes spielt ein dritter Schutzmechanismus eine ebenso wichtige Rolle, und zwar die solide Kapitalbasis eines globalen Verwahrers im Verhältnis zu den Risiken, denen er sich gegenübersieht. Empirische Studien deuten darauf hin, dass der Kapitalschutz als dritter Schutzmechanismus in Zukunft ein noch entscheidenderes Kriterium bei der Auswahl eines globalen Verwahrers werden könnte. Mit Blick auf den Kapitalschutz hat der Markt angesichts der neuen Vorschriften noch nicht sein Gleichgewicht gefunden. Um sorgfältige Analysen und Entscheidungsverfahren in Bezug auf den Kapitalschutz zu begünstigen, wurden neue Methoden zur Unterstützung institutioneller Anleger entwickelt, die auf einem verbesserten Informationsaustausch und einer höheren Transparenz des Marktes beruhen. Auf einem Markt, auf dem transparente Entscheidungsprozesse bei Finanzinstituten angesichts der neuen Vorschriften entscheidend für die Gesellschaft sind und der Anlegerschutz im Mittelpunkt steht, begrüßen institutionelle Anleger verbesserte Methoden für die Auswahl von Verwahrern.

Maximierung Der Prävention Und Des Paradigmenwechsels

Neue Vorschriften werden inzwischen weitgehend angewendet, und die damit einhergehenden Impulse von Aufsichts- und Regulierungsbehörden haben den Markt gestützt. Da institutionellen Anlegern immer mehr Informationen und Methoden zur Verfügung stehen, um globale Verwahrer zu bewerten, dürfte sich das Kaufverhalten institutioneller Anleger zunehmend auf die Maximierung der Prävention und des Anlegerschutzes konzentrieren. Durch den Fokus auf drei Schutzmechanismen anstelle der früheren zwei erreicht der Paradigmenwechsel im Vermögensschutz immer neue Größenordnungen.

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