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Roboter: ein Mehrwert in der Fondsadministration

13/12/2018

Im Rahmen des digitalen Wandels der Société Générale Gruppe wurden die Produktionsprozesse des Geschäftsbereichs Securities Services ab 2016 mit robotergesteuerter Prozessautomatisierung (RPA) verbessert und operative Gewinne generiert. Feedback zu den gesammelten Erfahrungen und Lehren.

Im zweiten Quartal 2016 führte die SGSS ihre erste robotergesteuerte Prozessautomatisierung (RPA) in Europa (Frankreich, Luxemburg und Italien) ein. Zum Projektbeginn griff die SGSS auf die Software Blue Prism zurück, diese wurde jedoch rasch durch die konkurrierende Lösung Automation Anywhere ersetzt, die für Nutzer mit weniger IT-Kenntnissen einfacher zu handhaben ist.

Die ersten betroffenen Prozesse waren der gesamte Ablauf der Portfoliobewertung, für den der Fondsadministrator verantwortlich ist, und einige Prozesse der von der Registerstelle übernommenen Auftragsverwaltung. Gleichzeitig startete die SGSS ein Projekt für ihre Fondsadministration in Indien, wo noch viele manuelle Handlungen notwendig sind und es ein großes Handelsvolumen gibt.

Die Lehren dieser Entwicklungen

Feedback und Lehren beziehen sich auf zwei Aspekte: die operative und die technische Komponente.

Operativ:

Seit 2017 setzt die SGSS auf der ganzen Welt mehr als 30 Roboter ein. Die meisten von ihnen sind in Indien tätig, wo die Prozesse einfacher sind und das Handelsvolumen höher ist. Diese Entwicklungen wurden auf verschiedene Prozesse angewandt. Hierzu zählen Asset and Liability Management, Integration von Datenflüssen, Kontrolle der NIW-Berechnung usw.

Anfang 2017 konnte die SGSS dank dieser Erfahrung ihre ersten Schlüsse ziehen. RPA scheint eine Technologie für Prozesse mit den folgenden Eigenschaften zu sein:

  • hohe Anzahl manueller Handlungen;
  • geringe Komplexität des Geschäfts;;
  • begrenzte Prozessregeln.

Im Gegenteil sind Roboter eindeutig nicht für die Automatisierung der gesamten Produktionskette geeignet. Denn die verschiedenen Besonderheiten innerhalb einer Produktionskette erlauben es einem Roboter nicht, egal wie leistungsstark er ist, diese Regeln zu automatisieren. Die Niederlegung einer Reihe von Regeln für Geschäftsbereiche wird als zu aufwendig in Sachen Tests und Wartung angesehen.

Technisch:

Wie bei jedem Projekt musste eine Projektverwaltung für RPA geschaffen werden, um die geschäftlichen Anforderungen und betrieblichen Besonderheiten für zukünftige Entwicklungen zu erstellen. Auch die organisatorische Komponente musste analysiert werden, um ein effizientes Betriebsmodell zu schaffen (Anwendungssupport, Aktualisierung neuer App-Versionen im Downstream usw.).

Ungeachtet dessen, was Softwarehersteller und Berater sagen, ist bei dieser Art von Projekt die Beteiligung der IT-Abteilung von wesentlicher Bedeutung, was hauptsächlich den Infrastrukturproblemen geschuldet ist, die mit der Nutzung dieser Technologien einhergehen. Diese Projekte können nicht alleine von dem Geschäftsbereich gehandhabt werden. Denn die Nutzung virtueller Maschinen, um international verfügbare Roboter zu installieren, oder die Anwendung der von Robotern genutzten Passwortsicherungslösungen sind lediglich einige Beispiele der zahlreichen zu meisternden Herausforderungen. Es sollte auch hervorgehoben werden, dass die RPA-Technologie für per Fernzugriff verfügbare Anwendungen (über CITRIX) nicht reif genug ist, da diese Probleme bei der Bildschirmerkennung aufweisen können.

Roboter sind eindeutig nicht für die Automatisierung der gesamten Produktionskette geeignet.

Aus unserer Erfahrung lernen wir, dass die Nutzung von RPA für die Abteilung Register und Fondsadministration, deren traditionelle Entwicklungen bereits weitgehend automatisiert wurden, lediglich für Prozesse mit hoher Anzahl manueller Handlungen geeignet ist. Sobald Kunden spezifische Bedürfnisse haben, es komplexe Verwaltungsregeln gibt oder das Handelsvolumen niedrig ist, wird der Kapitalertrag dieser Entwicklungen niedrig. Darüber hinaus muss RPA in andere Systeme integriert werden, um der aktuellen Automatisierung zu entsprechen.

Robotergesteuerte Prozessautomatisierung: ein Muss für eine leistungsstärkere Technologie?

Die Ergebnisse zeigen, dass wir noch weiter gehen müssen, um die in Aussicht gestellten Einsparungen, die bereits potenziell erreicht wurden, vollständig zu realisieren. Die SGSS untersucht nun neue Möglichkeiten in der Produktionskette, indem RPA mit Technologien wie optische Zeichenerkennung und maschinelles Lernen kombiniert wird, um zu automatisierende Prozesse zu verbessern. Die Einführung dieser Roboter ist somit ein erster wegweisender Schritt für die SGSS bei der Einführung neuer Technologien für die Digitalisierung eines Teils ihrer Arbeitsabläufe.

Deputy Head of Transformation Societe Generale Securities Services
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