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D-View: Neue Technologien im Dienste der Investmentfondsbranche

30/10/2018

Mathieu Maurier, seit dem 1. September 2018 Country Head bei Société Générale Securities Services in Luxemburg, greift das Thema neue Technologien und ihre Bedeutung für die Investmentfondsbranche auf.

Die Digitalisierung und neue Technologien, die in der Bankenbranche eingeführt werden, wirken sich positiv auf das Dienstleistungsangebot aus. Für die Branchenteilnehmer stellen Agilität und Innovationsfähigkeit derzeit wichtige Triebkräfte der Transformation dar. Robo-Advisors, Big Data, Blockchains, Robotic Process Automation (RPA), künstliche Intelligenz und die sich hieraus ergebenden zahlreichen Anwendungsgebiete gehören inzwischen zum alltäglichen Leben.

Schon seit einigen Jahren ist den Banken bewusst, welche Vorteile es bringt, in dieser neuen Welt zu interagieren, vor allem in der Zusammenarbeit mit FinTech-Startups. Während diese Startups anfänglich von Banken noch als potenzielle Bedrohung für das etablierte Modell angesehen wurden, ist man heute davon überzeugt, dass diese Partnerschaften wichtig sind. Die Entwicklung der Finanzierungssummen für Startups macht den Hype um dieses Thema deutlich.

Um die großen Veränderungen, die aktuell im Gange sind, besser einzuschätzen, hat Société Générale Securities Services vor Kurzem bei 100 Kunden in Europa (traditionellen und alternativen Asset Managern sowie institutionellen Investoren) eine prospektive Befragung durchgeführt mit dem Titel: Taking the Long View. Festgestellt wurde hierbei, dass die Umfrageteilnehmer die Themen Digitalisierung und neue Technologien auf ihrer Prioritätenliste ganz oben ansiedeln. Für 84% stellen diese Fragen Schlüsselelemente bei der Erarbeitung ihrer Entwicklungsstrategien dar, und 39% der befragten Asset Manager stehen vor der Schwierigkeit, Daten besser zu nutzen.

Doch aufgrund der vielfältigen Kompetenzen und finanziellen Ressourcen, die dafür erforderlich sind, können sie die Entwicklung nicht allein stemmen. Dies gilt nicht nur für alle Buy-Side-Akteure, sondern auch für Anbieter von Wertpapierdienstleistungen. Auch sie führen Plattformen ein, bei denen sie mithilfe von Schnittstellen zur Anwendungsprogrammierung – so genannte APIs – den Zugang zu einem breit gefächerten Spektrum von internen Dienstleistungen oder Leistungen bieten, die von externen Partnern, insbesondere FinTechs, erbracht werden.

Das von Société Générale Luxemburg Ende September ins Leben gerufene Innovations-Lab #LePlateauLUX ist ein Beispiel für diese „Co-Creation“. Mit dem Ziel, neue Technologien in den Kern ihrer Geschäftsbereiche zu integrieren, fördert die Bank die Zusammenarbeit zwischen internen Projektleitern sowie FinTech-Startups und ‑Ökosystemen in Luxemburg. Externe Startups, bei denen hauptsächlich die Bereiche künstliche Intelligenz, Daten, Blockchain und Cybersicherheit im Mittelpunkt stehen, wurden anhand der eingesetzten Technologien, der Bedeutung für den Finanzplatz Luxemburg und der möglichen Anwendungen für die Branche ausgewählt.

Diese Kooperation zwischen Startups und Banken bietet in einer Welt, in der sich die Konsumgewohnheiten ständig verändern, unter anderem die Möglichkeit, die Kundenerfahrung völlig zu überdenken.

Vor diesem Hintergrund führt SGSS mit D-View ein für Asset Manager bestimmtes Analysetool für den Fondsvertrieb ein. Diese maßgeschneiderte Reporting- und Analyselösung ist ein innovatives Instrument, das als Entscheidungshilfe bei den Vertriebsstrategien ihrer in verschiedenen Ländern domizilierten Fonds dient.

D-View ermöglicht Asset Managern den Zugriff auf Dashboards, die individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten werden können, und bietet ihnen einen Gesamtüberblick über die Vertriebsdaten ihrer Fonds über verschiedene Domizile hinweg. Dieses Tool liefert detaillierte Berichte und Analysen zu ihren Anlegern, ihren Vertriebspartnern und der Performance ihrer Fonds auf verschiedenen Märkten, sodass Manager ihre Vertriebsstrategie problemlos anpassen können.

Der Zugriff auf D-View ist über die Online-Service-Plattform SG Markets möglich, die sich an Kunden mit Aktivitäten im Bereich Global Banking und Investment Solutions richtet. Asset Manager können sich hierüber ohne Weiteres verschiedene Informationen beschaffen, insbesondere über Zeichnungen und Rücknahmen bei Fonds (die dem verwalteten Vermögen gegenübergestellt werden können), Details zu den Kapitalflüssen in den einzelnen Ländern – nach Anlegertypologie, Fondstyp oder ISIN-Code –, das Ranking der zehn führenden Vertriebsstellen für jeden Fonds sowie die Datenhistorie der letzten fünf Jahre.

Diese neue Lösung beruht auf dem so genannten „Data Lake“ von SGSS,  einer innovativen Technologie, die von Transferstellen erhobene Informationen und Daten speichert und aggregiert. In D-View sind gegenwärtig die Daten von Fonds mit Sitz in Luxemburg, Irland und Deutschland integriert. Bis 2019 sollen Daten von Fonds mit Sitz in Frankreich, Italien, Großbritannien und der Schweiz folgen. Bereits heute deckt die Lösung 88% der Daten von grenzüberschreitenden Fonds ab.

Die Bereitstellung eines solchen Tools belegt die Fähigkeit von Société Générale Securities Services, die eigene Expertise und die heutigen Chancen neuer Technologien miteinander zu vereinbaren, sodass Kunden bei der Erarbeitung ihrer Vertriebsstrategie von einer größeren Agilität profitieren.

 

Herausgegeben von der AGEFI.lu, Oktober 2018 (Übersetzt aus dem Französischen)

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