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Kryptofonds: Ein Meer Von Möglichkeiten – Mit Unzähligen Risiken

14/05/2018

Im Jahr 2008 war das Wort „Bitcoin“ noch nicht einmal Teil unseres Wortschatzes. Bis heute wurde bereits über 340 Millionen Mal auf Google danach gesucht – und damit so oft wie nach dem Wort „Luxemburg“. Aber was ist das eigentlich? Den Bitcoin als erste Kryptowährung gibt es seit 2008. Nur zehn Jahre später gibt es am Markt über 1.500 Kryptowährungen mit einem Gesamtvolumen von 500 Milliarden USD (1. Feb. 2018).

 

2017 kam es bei den Kryptowährungen zu einem Boom. Die neuen Anleger kommen aus sehr unterschiedlichen Bereichen und lassen sich meist in drei Kategorien einteilen: eine Tech-Gruppe, auch bekannt als „Krypto-Trader“, professionelle Investoren, die Krypto-Engagements eingehen wollen (Krypto-Hedge, Kryptofonds), und eine Gruppe aus Privatanlegern, die dem nächsten „Goldrausch“ nachjagen.

Die Asset-Management-Branche strebt nach einer Position als Innovationsführer und hält ständig Ausschau nach neuen Anlagemöglichkeiten, um neue Kunden zu gewinnen. Aus Sicht von Asset-Managern eignen sich Kryptofonds perfekt für diesen Zweck.

Kryptowährungen könnten die Anlageklasse der Zukunft sein – aber besteht die Gefahr, dass wir damit die Büchse der Pandora öffnen? Und welche wesentlichen Risiken birgt diese Anlageklasse?

Seit 2013 wurden über 150 Kryptofonds aufgelegt, vor allem in den USA, wo Hedgefonds das bevorzugte Anlageinstrument sind. Laut einer Studie der ALFI (Association Luxembourgeoise des Fonds d’Investissement) könnte das Marktvolumen bereits zwischen 10 und 15 Milliarden USD liegen. Allein die drei größten Fonds der Welt haben ein Volumen von fast einer Milliarde Dollar.

Einige dieser Fonds werden aktiv verwaltet, bei anderen handelt es sich um passive Instrumente und wieder andere sind eine Mischung aus Krypto-Assets und Blockchain-Investment.

Allerdings gilt auch hier das alte Sprichwort: kein Ertrag ohne Risiko.

Mehrere Aufsichtsbehörden (wie die AMF in Frankreich oder die SEC in den USA) und Wertpapierverbände im Allgemeinen (ESMA) haben Anleger vor den Risiken in Verbindung mit Kryptowährungen gewarnt. Diese Risiken lassen sich in fünf Hauptkategorien einteilen, die weitreichende Auswirkungen auf den Anlegerschutz haben:

Sicherheitsrisiko: Die Speicherung digitaler Assets erfolgt auf der Grundlage von kryptografischen Methoden (private/öffentliche Schlüssel). Private Schlüssel werden geheim gehalten – wie das Passwort eines Computers. Diese Schlüssel werden immer häufiger über Spyware oder das WLAN von Hackern ausgespäht. Digitale Assets sollten in einem Offline-Wallet („Cold Wallet“) gespeichert werden, um das Risiko von Cyberkriminalität zu begrenzen. Etliche neu gegründete Unternehmen (z. B. Ledger) bieten passende Lösungen an. Dieses Risiko sollte auf keinen Fall unterschätzt werden: Kürzlich haben Hacker von der japanischen Plattform Coincheck Krypto-Assets im Wert von umgerechnet 536 Millionen USD erbeutet.

Die Volatilität von Krypto-Assets, die häufig als Handelschance wahrgenommen wird, birgt ein hohes Gegenparteirisiko. Der Grundgedanke ist einfach: Sie können Ihr gesamtes Kapital verlieren. Jede Kryptowährung kann über Nacht ihren gesamten Wert einbüßen. Das war beispielsweise beim Initial Coin Offering des US-Startups Tezos der Fall.

• Außerdem sind viele Börsen nicht reguliert und haben keine Qualitätsverpflichtungen, keine regulatorische Kapitalausstattung und auch keine Richtlinien zum Risikomanagement. Die Börsen bzw. Plattformen, bei denen das Kryptogeld gespeichert ist, können vom Markt verschwinden – dann sieht man sein Geld nie wieder. Beim Handel mit Kryptowährungen gibt es keinen Anlegerschutz, weil er nicht an einem geregelten Markt stattfindet. Das haben Anleger beim Markteinbruch im Dezember 2017 am eigenen Leib zu spüren bekommen.

Die Klassifizierung von Kryptowährungen (als Vermögenswerte, sonstige Vermögenswerte …) ist ein ausschlaggebender Punkt, denn sie bestimmt, wie die Depotbank sich im Falle eines Ausfalls verhalten sollte. Da eine solche Klassifizierung in einigen Ländern noch nicht vorgenommen wurde, gestaltet sich der Einstieg in den Markt für Asset-Dienstleister angesichts des zusätzlichen Risikos schwierig. Vor Kurzem schlug die indische Regierung die Einführung eines Gesetzes vor, nach dem Kryptowährungen nicht als Währung einzustufen sind. In jedem Fall besteht ein rechtliches Risiko, dass Regierungen den Handel mit Kryptowährungen einschränken oder sogar verbieten könnten.

• Schließlich besteht auch ein erhebliches Reputationsrisiko, insbesondere im Hinblick auf die Wahl des digitalen Assets und der Gegenparteien. Dieses Risiko lässt sich zwar durch eine genaue Kenntnis der Marktregeln und durch äußerste Sorgfalt reduzieren, aber nichtsdestotrotz ist es unerlässlich, eine Kryptowährung mit soliden Fundamentaldaten auszuwählen und sich des Risikos von Betrug und falschen Versprechungen bewusst zu sein.

Kryptofonds bieten ein Meer von Möglichkeiten, sind aber zugleich mit unzähligen Risiken verbunden.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Kryptofonds Anlegern attraktive Chancen bieten, um hohe Erträge zu erzielen. Allerdings sind die aufsichtsrechtliche Unsicherheit und die hohen Risiken ein enormer Hemmschuh für die Entwicklung dieser Instrumente innerhalb eines aufsichtsrechtlichen Rahmens. Kryptofonds bieten ein Meer von Möglichkeiten, sind aber zugleich mit unzähligen Risiken verbunden.

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