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Statusbericht zur europäischen Verordnung über Wertpapierzentralverwahrer (CSDR)

05/12/2018

Die Umsetzung der europäischen Verordnung über Wertpapierzentralverwahrer (CSDR) ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Harmonisierung des Nachhandels in Europa, der vor mehr als 15 Jahren durch die Giovannini-Gruppe und ihre beiden Berichte angestoßen wurde.

 

Die Umsetzung der europäischen Verordnung über Wertpapierzentralverwahrer (CSDR) ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Harmonisierung des Nachhandels in Europa, der vor mehr als 15 Jahren durch die Giovannini-Gruppe und ihre beiden Berichte angestoßen wurde. Die Verordnung ist weitreichend und umfasst viele Bestimmungen. Sie wurde am 28. August 2014 veröffentlicht. Die stufenweise Umsetzung begann am 17. September 2014 und soll bis 2025 dauern. SGSS leistete und leistet auch weiterhin mit ihrer Expertise einen bedeutenden Beitrag zu diesem Projekt, dessen Ziel wir in zwei Worten zusammenfassen können: Vereinheitlichung und Sicherheit.

Die Vereinheitlichung zeigt sich auf der Ebene der Harmonisierung der Settlement-Zyklen in Europa, der Abschaffung der physischen Titel und der Wettbewerbsgleichheit der Zentralverwahrer (CSD – Central Securities Depository).

Von nun an müssen Titel, die an einem geregelten Handelsplatz gehandelt werden, zwei Tage nach dem Handelstag geliefert und abgerechnet werden. Die Migration zu T+2 sollte spätestens am 1. Januar 2015 oder in den sechs Monaten vor einem T2S-Auslagerungsprojekt erfolgen. Auf Betreiben einer Arbeitsgruppe der Association Française des Professionnels des Titres (AFTI) und infolge eines technischen Vorschlags der Experten von SGSS (die Leistungsbeschreibung der AFTI wurde anderen europäischen Nachhandelsverbänden und verschiedenen Arbeitsgruppen wie der T2S Task Force on T+2 übermittelt, zu der SGSS eingeladen war) stellten die meisten europäischen Finanzplätze jedoch bereits am 6. Oktober 2014 auf T+2 um.

Ein standardmäßiger Abwicklungszyklus von höchstens zwei Tagen setzt letztlich die Abschaffung der physischen Titel voraus. Infolge der CSDR bestehen ab 2025 alle Titel, die über einen Zentralverwahrer abgewickelt werden können, nur mehr in dematerialisierter Form.

Zur Vereinheitlichung des Marktes führt die CSDR auch das Prinzip der Wettbewerbsgleichheit für die CSDs ein. Sie dürfen alle ihre Aktivitäten im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum ausüben. Diese Bestimmung ermöglicht zudem den Emittenten, den Ort der Emission und somit den zuständigen CSD frei zu wählen.

2 Tagen
Abwicklungszyklus

Da die Vereinheitlichung die Ausbreitung von Sicherheitslücken erleichtert, strebt die CSDR eine effektivere Absicherung des gemeinsamen Rahmens, in dem die Zentralverwahrer agieren, und des erfolgreichen Abschlusses der Transaktionen, die auf dieser Grundlage abgewickelt werden, an. Die Verordnung definiert den Zentralverwahrer und beschreibt seine Aufgabe beziehungsweise Pflichten, insbesondere in Bezug auf die Governance und die Absicherung der Risiken. Obwohl die Bestimmungen sofort anzuwenden sind, setzen sie eine Zulassung durch die nationalen Aufsichtsbehörden voraus. Diese ist sogar für bereits bestehende CSDs erforderlich, damit sie ihre Tätigkeit fortsetzen dürfen. Heute sind erst wenige CSDs zugelassen. Die Zulassungsverfahren für die größeren Handelsplätze laufen noch. Aufgrund des Dominoeffekts muss der CSD, der zugelassen wurde, seinen Teilnehmern eine Reihe von Pflichten auferlegen. Beispielsweise müssen sie die Positionen täglich abstimmen und allen Kunden, die es wünschen, die Möglichkeit bieten, getrennte Konten auf der Ebene des Zentralverwahrers zu eröffnen, sofern sie bereit sind, die mit einem Einzelkundenkonto verbundenen Kosten zu übernehmen.

1 st Stufe
Tägliche Strafen für verspätete Lieferung

Darüber hinaus sieht die CSDR strenge Maßnahmen vor, damit die Abrechnung und Lieferung der Titel durch einen Zentralverwahrer zu dem ursprünglich von den Partnern vereinbarten Termin stattfinden. Dieses System beruht auf zwei Stufen. Zuerst wird bei Verzug für jeden Tag eine Gebühr erhoben. Sollte der Verzug trotz der Strafgebühren andauern, ist ein Zwangsrückkauf vorgesehen, damit die Partei, die nicht in Verzug ist, ihre Titel erhält.

[Translate to Deutsch:] The second stage 1

Die Kosten trägt in diesem Fall die säumige Partei. Diese Sanktionen treten im September 2020 in Kraft und sind noch Gegenstand zahlreicher technischer Diskussionen mit den Aufsichtsbehörden und zwischen den verschiedenen Instanzen und Organisationen der Branche, an denen SGSS aktiv teilnimmt. Dazu zählen die einzelnen Arbeitsgruppen der EZB, etwa die T2S Task Force on CSDR und deren Pendants in Verbänden wie der EBF oder der AFME.

2 nd Stufe
Erzwungenes Buy-In-Verfahren

Ergänzt werden die Sanktionen des Abwicklungssystems durch die reine Überwachung der Transaktionen, die außerhalb der Bücher eines Zentralverwahrers abgewickelt werden, d.h. von einem Konto zum anderen in den Büchern einer Verwahrstelle. Die Verwahrstelle soll einer vierteljährlichen Berichtspflicht unterliegen. Der erste Bericht wird spätestens am 12. Juli 2019 erwartet. Auch in Bezug auf dieses Thema war SGSS weit über die Arbeitsgruppen hinaus involviert und wirkte bei der FBE und der AFME sowie anlässlich der Standardisierung der Meldungen, insbesondere über ISO 20022 – Securities SEG – CSDR, mit.

Von der europaweiten Harmonisierung der Lieferzyklen auf T+2 bis hin zur Umsetzung der Sanktionen bei der Abwicklung war die Expertise von SGSS stets von allen anerkannt und nachgefragt. Diese umfassende Involvierung seit dem Beginn des CSDR-Projekts ermöglicht es SGSS, die Fragen und Bedürfnisse ihrer Kunden im Rahmen der Umsetzung dieser facettenreichen Verordnung mit weitreichenden Auswirkungen ausführlich zu beantworten.

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