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Unser Leistungsportfolio

Orchestra & Tempo

Da die Société Générale die Herausforderungen kennt, die Veränderungen des regulatorischen Umfeldes für die Kunden mit sich bringen, wurde jetzt ein vollständig integrierter Service zur Unterstützung des Clearings und der Abwicklung von OTC-Derivaten eingeführt.

Diese globale Lösung unter dem Namen „Orchestra“ verbindet die von Newedge (der Clearing-Hauptabteilung bei Société Générale) wahrgenommenen Clearing-Funktionen mit den umfassenden Derivate-Abwicklungs- und -Reporting-Services für den Nachhandel, die von Société Générale Securities Services (SGSS) angeboten werden. Abgerundet wird dieses Paket durch die Palette der Swap-Händler- und Abwicklungsdienstleistungen aus dem Portfolio der Société Générale Corporate and Investment Bank (SGCIB).

Neue Vorschriften erfordern neue Vorkehrungen

Der Zeitpunkt der Einführung dieser innovativen Lösung ist für diejenigen Vermögensinhaber und Kunden auf der Käufer- und der Unternehmensseite günstig, die bei ihren Anlage- und Handelsstrategien in erheblichem Maß auf OTC-Derivate zurückgreifen, und ebenso für Finanzinstitutionen, die den Einsatz privat gehandelter Derivate unterstützen.

Unter dem Eindruck der weltweiten Finanzkrise hatten die Staatschefs der G20-Länder ein umfassendes Reformpaket vereinbart, mit dem auf den Märkten für OTC-Derivate die Transparenz verbessert, systemische Risiken abgepuffert und Schutz gegen Marktmissbrauch geschaffen werden sollte. In den USA wurde der Kern dieser Reformagenda mit dem Dodd Frank Act umgesetzt. Dieses Gesetz schreibt vor, dass ausreichend liquide und standardisierte Zins-Swaps (Interest Rate Swaps, IRS) und Ausfall-Swaps (Credit Default Swaps, CDS) auf neuen elektronischen Handelsplattformen, den sogenannten Swap Execution Facilities (SEFs) gehandelt werden und das Clearing über eine CCP erfolgen muss. Alle OTC-Derivateverträge, ob abgewickelt oder nicht abgewickelt, sind bei einem speziell zugelassenen Transaktionsregister zu melden.

Das hierzu parallele Reformprogramm der Europäischen Union ist die EU-Verordnung EMIR (European Market Infrastructure Regulation). Obwohl hier einige technische Anforderungen noch nicht abschließend festgelegt sind, erfolgt die Durchsetzung der Clearing-Verpflichtung für die von der Reform betroffenen OTC-Derivatetransaktionen bereits durch eine schrittweise Umstellung:

  • Finanzielle Gegenparteien, die derzeit Clearingmitglieder sind, müssen diese Anforderung innerhalb von sechs Monaten nach Inkrafttreten der regulatorischen technischen Standards, d. h. aller Voraussicht nach bis Juni 2015, erfüllen
  • Für andere finanzielle Gegenparteien wird diese Verpflichtung erst im Juni 2016 wirksam
  • Bei allen nicht abgewickelten Geschäften gilt die Verpflichtung von bilateralen Kontrahenten zum Austausch von Nachschussleistungen (Variation Margins) für alle nach dem 1. Dezember 2015 geschlossenen Verträge
  • Die Verpflichtung zum zweiseitigen Austausch ursprünglicher („initial“) Margen bei nicht zentral abgewickelten Verträgen wird zwischen dem 1. Dezember 2015 und dem 1. Dezember 2019 schrittweise eingeführt.

François Bouclier, bei Newedge für das OTC-Clearing for Continental Europe verantwortlicher Institutional Sales Manager, glaubt, dass viele Banken aus wirtschaftlichen Erwägungen mit dem Clearing von OTC-Derivaten so frühzeitig wie möglich beginnen werden.

„Es gibt starke Anreize für die Banken, mit dem Clearing zu beginnen, bevor die EMIR-Verpflichtung faktisch in Kraft tritt. Warum dies? Weil sie so ihre Ansätze für Bewertungsanpassungen (Credit Valuation Adjustments, CVA) reduzieren und bessere Ausführungspreise erzielen können“, erläutert Bouclier. „Abgewickelte Transaktionen können von Bewertungsanpassungen ausgenommen werden, was die Kapitalkosten senkt und wiederum zu potenziell niedrigeren Ausführungspreisen führt, ganz zu schweigen vom Standardisierungs- und Vereinfachungseffekt auf die meisten internen Prozesse.”

Vor dem Hintergrund dieser regulatorischen Veränderungen werden Tier-1- und Tier-2-Banken ihre Clearing-Strategien überprüfen und entscheiden müssen, ob sie direktes Clearingmitglied bleiben und interne Clearing-Kompetenz entwickeln oder ob sie einen Clearing-Broker in Anspruch nehmen wollen. Angesichts der Kosten und Komplexität, die mit der neuen Vorschrift verbunden sind, wird wohl manchen Unternehmen der Weg, Elemente dieser Clearing- und Lebenszyklus-Managementfunktionen für OTC-Derivate auszulagern, deutlich vorteilhafter erscheinen.

Wichtig ist im Übrigen der Hinweis, dass die Vorgabe eines zentralen Clearings nicht für alle OTC-Derivate gelten wird. Unternehmen, die diese Aktivitäten intern durchführen wollen, müssen daher mehrere Systeme unterhalten: eines für die operativen Verfahren und rechtlichen Bedingungen zentral abgewickelter OTC-Derivate und ein paralleles System zur Verarbeitung nicht abgewickelter OTC-Derivatetransaktionen. Solche Doppelungen können unerwünschte organisatorische Komplexität und höhere Kosten für die Pflege der Technologie und die Erfüllung gesetzlicher Vorschriften nach sich ziehen.

Im Einklang mit den Kundenbedürfnissen

Eine Stärke der Orchestra-Lösung ist nach den Worten von Clément Phelipeau, Product Manager für Derivatives & Collateral Management Services bei SGSS, dass sie eine integrierte Lösung für OTC-Derivate beinhaltet, die außer dem Clearing auch den gesamten Nachhandels-Lebenszyklus umfasst, und zwar unabhängig davon, ob das Geschäft abgewickelt oder nicht abgewickelt ist. „Für Kunden, die sich für die Auslagerung dieser Aktivität an die Société Générale entscheiden, entfällt bei Orchestra die Notwendigkeit, sich um Technologie- und Systemupgrades zu kümmern und in der Folge dann auch parallele Silos für die Aktivitäten im Zusammenhang mit ihren geclearten und nicht geclearten OTC-Derivaten zu unterhalten“, erläutert Phelipeau.

Und er ergänzt: „Die Entscheidung für Orchestra bringt dem Kunden Wahlfreiheit und Flexibilität. Die technische Verknüpfung zwischen Newedge und SGSS ist ausgereift, wodurch der Kunde nur in minimalem Umfang gezwungen ist, seine Schnittstellen an Clearing-Broker, Bestätigungsplattformen und andere Fremddienstleister anzupassen. Zudem hat er die Wahl, ob er ein komplettes Outsourcing-Paket oder nur Elemente in Form von Modulen einkaufen möchte.“

Newedge genießt einen Ruf als hervorragender Spezialist für das Clearing von Derivaten, insbesondere börsennotierter Derivate. Ausgehend von dieser Spezialität hat das Unternehmen eine umfassende Kompetenz im OTC-Clearing entwickelt und ist in allen großen CCPs in den USA und Europa Clearingmitglied für das Clearing von börsennotierten und OTC-Derivaten.

Da Newedge weiß, dass Kapital eine knappe Ressource ist, bietet es darüber hinaus Cross-Margining-Funktionen an, durch die seine Kunden ihre Margengesamtkosten durch Aufrechnung zwischen verschiedenen Anlagenklassen senken können. Ebenso können die Kunden von der IMR-Simulation für den Vorhandel über das „Was wäre, wenn“-Berechnungs-Tool profitieren, mit dem die Kunden ihren Einschussmargenbedarf (Initial Margin Requirement, IMR) in Bezug auf mehrere CCPs vor der Ausführung ermitteln können. Dank dieser Margenkostenanalyse im Vorfeld können die Kunden die beste CCP für das Clearing einer neuen Transaktion auswählen und ihre Gesamthandelskosten sowie den laufenden Einschussmargenbedarf nahezu in Echtzeit bestimmen.

In Ergänzung der Kompetenz von Newedge bietet SGSS eine umfassende Methode der Verwaltung von Sicherungsgegenständen an. Mit ihr können Kunden ihre Margenverwaltung für alle Arten von OTC-Derivateprodukten und über die gesamte Palette ihrer Clearing-Broker, CCPs und bilateralen Gegenparteien optimieren.

„SGSS ermittelt jede überschüssige Marge bei der Gegenpartei und auf CCP-Ebene und veranlasst die sofortige Rückholung der betreffenden Sicherheit. Dies verhindert eine Übersicherung und minimiert das Risiko einer Zersplitterung der Liquidität“, so Clément Phelipeau. SGSS bietet außerdem mehrere Reporting-Optionen. Diese geben dem Kunden einen klaren Überblick über seine Transaktionsportfolios und weisen auf alle offenen Risiken hin, die besichert werden müssen. Phelipeau weiter: „Unsere Lösung basiert auf dem Modell der offenen Architektur, wodurch wir OTC-Transaktionen und zugehörige Bewegungen von Sicherheitsgegenständen verarbeiten können. Dies gilt unabhängig davon, welchen Broker der Kunde wählt und ob wir als Verwahrer den betreffenden Sicherungsgegenstand in unseren Geschäftsbüchern erfasst haben oder nicht.“

Orchestra – die Coda

Orchestra verbindet die von Newedge gebotene Möglichkeit des OTC-Clearings mit den umfangreichen OTC-Abwicklungs- und -Reporting-Services für den Nachhandel aus dem Portfolio von SGSS. Das Ergebnis ist eine vollständig integrierte Lösung, die Bestandsführung, das komplette Management von Lebenszyklus-Ereignissen und die Verwaltung von Sicherungsgegenständen für OTC-Derivategeschäfte umfasst. Daneben bietet SGSS marktführende Bewertungsdienste für ein Spektrum von OTC-Derivaten und strukturierten Produkten an. Diese eröffnen die Möglichkeit, Bewertungen einer Gegenpartei anzufechten und im Bedarfsfall die Beilegung von Streitigkeiten zu beschleunigen. „Eine solch effiziente Regelung von Streitigkeiten ist für die Verwaltung von Sicherungsgegenständen höchst bedeutsam. Es ist eine Dienstleistung, die unsere Kunden schätzen und die uns vom Markt abhebt“, betont Phelipeau. „Darüber hinaus offeriert SGSS ein Transaktionsregister mit der Möglichkeit des integrierten Reportings über OTC-Derivate-Transaktionsdaten, aktuelle Bewertungen und Deckung des Kunden an die DTCC Derivatives Repository Ltd (DDRL), das Multi-Asset-Class-Derivateregister von DTCC in Europa.“

"Bei der Société Générale haben Innovationen Tradition", fasst François Bouclier zusammen. "Die Integration von Newedge ist das nächste Kapitel dieser Geschichte – ein konsequenter Schritt nach der altehrwürdigen Maxime: Bleibe relevant für den Kunden. Bei SGCIB, Newedge und SGSS verfügen wir über fortschrittliche Lösungen, die sich eigenständig entwickelt haben und branchenführend sind. Jetzt, in einem veränderten Umfeld, haben wir mit einem neuen Ansatz reagiert. Durch die Verteilung unserer Kompetenzen auf mehrere Schultern sind wir nun mehr als die Summe unserer Teile: besser aufgestellt für Investitionen, für die Verbesserung unseres Services und für die Bereitstellung relevanter Lösungen an die Kunden."

Hinweis: Im Mai 2014 hat Société Générale die Übernahme des 50-Prozent-Aktienanteils an Newedge abgeschlossen, der noch nicht in ihrem Besitz war, und ist somit 100-prozentiger Eigentümer geworden. Diese Übernahme vereint die Stärken einer großen internationalen Bankengruppe mit denen eines führenden Derivate-Brokers: führende Brokerage- und Clearing-Dienste der Spitzenklasse, Agency Execution und Zugang zu mehr als 85 Börsen weltweit.

Momentum #24